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Alkohol und Depressionen vom Partner

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26.02.2017, 22:40 Uhr
Mein Partner hat Depressionen. Geerbt von seinem Vater der auch diese Krankheit hatte und sich vor 20 Jahren das Leben nahm. Mein Freund hat das nie überwunden und leidet heute selbst an dieser Krankheit. Hatte Körperliche schmerzen, Herzstechen und vieles mehr.
Er hatte x Untersuchungen, man fand nichts! Oft wollte er einfach alleine sein! Dazu kam, dass er an den Wochenenden zu viel Alkohol trank. Was das ganze noch schlimmer machte! Wir, ich, hatte eine sehr schwierige Zeit vor gut einem Jahr.
Zeiten wo ich kaum mehr konnte.
Ich war so am Boden, dass ich seine Schwester einweihte. Diese ahnte es schon. Wir konnten mit seinem Arzt reden, dieser konnte ohne, das mein Freund ahnte, dass ich der Grund bin,
ihn davon überzeugen, Antidepressiva zu nehmen.
Er nimmt diese seit letzten August. War leider in dieser Zeit nur einmal in einem Kontrollzermin beim Arzt. Dieser sagt jetz, er könne langsam wieder danit aufhören.
Das schockt mich, denn keiner ausser mir weiss, wie es ihm wirklich geht. Mein Freund sagt seinem Arzt nur, es geht ihm besser. Ein richtiges Gespräch oder weitere Hilfe, nichts!!!
Mein Freund ist noch immer oft sehr müde, hat keine Hobbys. Er kommt von der Arbeit nach Hause und schaut TV.
Er sagt selbst, er sei so müde und unmotiviert etwas zu machen. Alles sei ihm zu viel!
Dazu trinkt er trotz Medis viel Alkohol.
An den Freitagen fast immer zu viel, dann ist er mit Kumpels unterwegs.
An den Samstagen schläft er dann fast bis mittag und kommt nicht in die Gänge. Wir sehen uns dann oft erst an den Nachmittagen, sein Wunsch!
Ich habe dann an den Samstagen so Mühe, weil ich weiss er hat zu viel Alkohol getrunken. Es stösst mich ab!
Das weil ich weiss wie er sich mit zu viel Alk verhält. Er redet dann so viel Mist und wird agressiv!!! Ich habe das scho ein par mal erlebt, weil es so Situationen auch gegeben hat und gibt, wenn ich dabei bin.
Er wird zu einem komplet anderen Menschen. Das macht mir Angst.
Weil er merkt und sieht, dass wenn er zu viel getrunken hat, auch in meiner Gegenwart, ich extrem Mühe habe, macht er mir dann nur noch Vorwürfe. Ich sage dann gar nichts mehr und schweige.
Ich höre dann nur nich verletzende Worte und dass er sich von niemandem etwas vorschreiben lässt! Nach solchen Ausfällen ist er müde und will nur noch schlafen. Dann braucht es immer Tage, bis er wieder zugänglich ist. Ich bin dann die, die schlechtes Gewissen hat.
Ich kann mit seinem Alkohol Pensum immer weniger umgehen.
Und frage mich, habe ich wirklich zu wenig verstöndnis für ihn?
Wir wohnen nicht zusammen und haben keine Kinder.
Ich hatte ind letzten zwei Jahren zwei Spitalaufenthalte und was danach auf hilfe angewiesen. Da er selbst zu grosse Probleme mit sich selbst hat, konnte ich mit keiner Hilfe von ihm rechnen. Das habe ich stillschweigend akzeptiert.
Aber jetzt kann ich bald nicht mehr.
27.02.2017, 08:34 Uhr
Guten Tag Carole
Herzlich Willkommen im Forum von Safe Zone!

Sie beschreiben sehr eindrücklich, wie Sie unter der Situation leider, dass Ihr Freund starke Depressionen hat und auch zu viel Alkohol trinkt. Er werde dann auch aggressiv und wolle sich von niemandem helfen lassen. Wenn Sie selber auf Hilfe angewiesen wären, nach dem Spitalaufenthalt, können Sie nicht auf ihn zählen. Sie fragen, ob Sie zu wenig Verständnis für ihn hätten. Das denke ich gar nicht, ich denke eher, Sie lassen sich sehr viel gefallen und haben sehr viel Verständnis. Ihr Freund sollte sich schon lange professionelle Hilfe suchen!
Aber im Moment scheint es mir das wichtigste zu sein, dass Sie sich selber Hilfe suchen, denn sonst werden Sie womöglich auch krank! Dazu gibt es zb. die Mailberatung von SafeZone. Oder unter der Rubrik: „Hilfe vor Ort“ finden Sie geeignete Fachstellen in Ihrer Nähe, die Ihnen weiterhelfen können. Diese sind nicht nur für betroffene Menschen da, sondern auch für ihre Angehörigen. Denn viele Angehörige leiden so unter der Situation wie Sie! Und reden Sie mit nahen Menschen darüber wie es Ihnen geht, zb. mit der Schwester Ihres Mannes.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute!
Freundliche Grüsse
SafeZone-Frieda
27.02.2017, 13:34 Uhr
Vielen lieben Dank für die Einfühlsamen Worte.
Ich nehme die Mail Beratung gerne an.
Ist ist schwierig, da mein Partner mich mit seinen Worten verletzt und mir so ein schlechtes Gewissen macht.
Er weiss, dass ich mit seinem Alkohol Pensum sehr Mühe habe, fühlt sich aber leider in die Enge getrieben.
01.03.2017, 08:17 Uhr
Genau da erkenne ich mich selbst grad wieder und das auch noch als Frau mein lebenslang nur mit Alkoholikern aufgewachsen war im Kinderheim hab zwei Väter verloren (Selbstmord) drei bis viermal die Woche Schläge bekommen ab Schulnote 3 .mit 16 bin ich dann von zu Hause abgehauen Mit 22 wurde ich schwanger Der Vater und der Opa sind beide ein paar Jahre später gestorben Ich habe aber meinen Sohn ohne Alkohohl Nikotin und Schläge aufgezogen
Weil mein Kind niemals das durchmachen sollte . Mein Sohn macht mich heute mit fast 35 Jahren überglücklich und steht zu mir zu 1000 Prozent Das macht mich stolz Er hat zwei Berufe hat einen tollen Job und ist sehr erfolgreich Ich hatte letztes Jahr einen Autounfall kann jetzt meinen Job nicht mehr ausüben Das hat mich mit meinen 57 Jahren aus der Bahn geworfen Der Alkoholkonsum wird langsam mehr eine Woche ohne schaffe ich aber kaum geht es mir gut greife ich zum Wein Das paradoxe ist da könnte Schnaps oder Bier stehen das fasse ich nicht an nur trockene Weine Aber wenn ich dann trinke kann ich nicht mehr so wie früher. Die noch nicht geleerte Flasche einfach stehen lassen war lustig beim Feiern heute werde ich aggressiv und will genau dann immer Probleme wälzen und das macht mir Angst Das Schlimme ist ich hab ja nicht wirklich Sorgen ,Tollen Sohn und eigentlich auch einen tollen Mann und finanziell geht es uns auch ganz gut Was ist nur los mit mir??? Es macht mir Angst zumal mich jeder nur als starke Frau kennt und nur ganz wenige Menschen kennen mich wirklich
01.03.2017, 10:46 Uhr
Guten Tag Desdemona

Herzlich willkommen in unserem Forum. Ich möchte gerne versuchen, ein paar Gedanken zu Ihrer Frage formulieren. Vielleicht kommen noch mehrere Anregungen dazu?

Trotz sehr schwierigen Startbedingungen konnten Sie wichtige Lebensziele erreichen. Sie erzählen von familiären Bereichen mit Wohlbefinden, einer tragenden Partnerbeziehung, einem tollen Sohn. Auch würden Sie als starke Frau wahrgenommen.

Nun bemerken Sie, dass sich seit dem Autounfall einiges verändert hat, unter anderem der Umgang mit Alkohol und die darauf folgenden sozialen Verhaltensweisen. Das spricht für Sie, weil ein so klares Bewusstsein für die eigenen Schwierigkeiten als eine Stärke angesehen werden kann.

Um auf Ihre Frage, was ist nur los mit mir???, zurück zu kommen, möchte ich nun folgende Vermutung formulieren. Die in Ihrer Kindheit, Adoleszenz und im Erwachsenenalter gemachten Erfahrungen sind im Organismus einfach einmal abgespeichert worden. Durch den Autounfall ist ihr Organismus sehr gestresst worden und ist seither, sehr allgemein formuliert, verletzlicher. Die verdrängten und emotional belastenden Erlebnismuster von früher können nun aktiv werden und Ihnen, vor allem beim Konsum von psychoaktiven Stoffen, einige Streiche spielen.

Dies stört Sie und das ist eine gute Motivation um sich eine hilfreiche Beziehung (Psychotherapeutin?) zu suchen. Diese könnte Ihnen helfen diese starken Emotionen, Sie nannten unter anderem Aggressivität, näher kennen zu lernen. Auf diesem Weg können Sie neue Ausdrucks- und Regulationsmöglichkeiten für Ihre Emotionen finden und diese in Ihre Biographie integrieren.

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag hier im Forum und ich hoffe, Ihnen ein paar hilfreiche Gedanken mitgegeben zu haben.

Herzlicher Gruss
Arno
09.11.2017, 10:18 Uhr
Hallo.
Ich habe dieses gleiche Problem selbst.
Ich erkenne mich in diesem Text sofort wieder. Es sind einige Parallelen zu mir die sind erdrückend.
Meine Vater hat sich früh von meiner Mutter getrennt und meine Mutter ist in die Drogensucht gestürzt und ich habe das als heranwachsender miterleben dürfen.
In der Pupertät hatte ich dann vermehrt Probleme mit Alkohol und auch meine Freunde, die paar die ich hatte, hatten getrunken. Das wurde dann immer öfter und öfter. In der Ausbildung war es nicht so schlimm denn in der Berufschule, die 100km weit weg war, konnte ich ja nur sitzen und mich hat keiner wirklich näher gekannt.
Als ich dann mein Praxisjahr als Samitäter auf der Wache hatte war mein Trinkkonsum nicht weniger geworden. Im Gegenteil. Jack-Daniels Dosen in meinem Partyraum, Sackweise und nebenbei der Stress auf der Arbeit. Habe dann auch vermehrt während des Autofahrens konsumiert da ich dachte es passiert eh nichts und mich erwischt ja keiner. Ich war es auch mittlerweile stärker gewohnt und ich konnte mühelos fahren. Während der Arbeit hab ich nichts getrunken denn da hing meist noch der Kater vom Vortag in den Gliedern.
Es wurde dann immer schlimmer das ich teilweise sogar angetrunken mit meinem PKW zur Dienststelle gefahren bin und mich heitern mit den Kollegen unterhielt. Als würden die das nicht merken. Ich war so in einer Traumwelt gefangen...unfassbar. Und als es dann mal jemand der Kollegen merkte begann der Ärger. Ich habe auch immer betrunken den Kollegen in der Nacht SMS geschrieben wenn ich dachte sie können mich nicht leiden oder haben was gegen mich.
Ich habe sehr wenig Selbstvertrauen und die Spirale drehte sich immer weiter. Ich habe dann meinen Führerschein für 4 Wochen abgeben müssen und musste das meinem Chef in der Ausbildung erklären.
Dann habe ich meine Ausbildung noch geschafft und ging zu einer anderen Wache mit neuem Chef. Dann lernte ich meine jetzige Partnerin kennen und ich kann mich erinnern das ich keinen Tag an dem wir uns getroffen haben nüchtern war. Anfangs hat es sie nicht sehr gestört aber dann wurde es immer heftiger und ich bekam Wutanfälle, war beleidigend, ein ganz anderer Mensch!
Ein Monster!
Ja der Alkohol machte mich zum psychischen Monster. Ich fuhr weiter mit Alkohol Auto. Wir stritten jeden Tag bis die Einrichtung durch die Gegend flog und sie einfach nur weinte. Jeden Tag. Die Arbeit machte ich zur vollsten Zufriedenheit meines Chefs. Da ich ja mit Kritik überhaupt nicht umgehen kann.
Bis ich einestages, einen Unfall baute, und gegen eine Schneewand fuhr. Mein Auto war Totalschaden (neuer BMW) und ich hatte 1,6 Promille im Blut und mir wurde der Schein genommen!
Das war das Ende meiner 25 Jahre.
Ich war am Ende.
Ich habe es meinem Chef erklärt. Meine Freundin hat zu mir gehalten. Aber es muss sich was ändern sonst verliere ich alles.
Mein Ruf in Arbeitskreisen war schon dermaßen gesunken wegen dem Trinken und meine hart erbaute Existenz drohte zu zerfallen.
Ich habe selbst meinen Job gekündigt und bin stationär in die Psychatrie.
Seit Februar trink ich nun keinen Alkohol mehr und bin stolz. Ich kann mit Alk einfach nicht umgehen. Er macht mich zum Zombie. Ich war ein anderer Mensch...ein Tyrann ohne Hemmung. Ohne Denken.
Nun bin ich in Psychotherapie denn es liegt sicher auch eine Persönlichkeitsstörung und eine Depression vor. Der Alk muss für immer Tabu bleiben. Auch wenn die Versuchung manchmal gegeben ist.
Aber ich kann mich in eure Texte hineinversetzen. Ich war genau so. Vor nicht all zu langer Zeit. Ich bin also nicht alleine.
09.11.2017, 10:38 Uhr
Was heute klar ist. Hinter jedem Kranken Konsum steckt ein Grund. Jeder Gesunde würde es bei der kleinsten Problematik aufhören. Nur ich machte weiter. Immer heftiger und zerstörerischer. Ich trank sowieso nur alleine und hörte dabei Musik. Ich philosophierte vor mich hin. Ich dachte nach wer mich hintergehen würde und dann habe ich ihm die Meinung gegeigt per SMS. Das war natürlich reine Phantasie und die Leute waren verwundert. Das brachte mir gerade dann, wenn es sich um Arbeitskollegen handelte, wie fast immer, einen immensen Ärger ein. Es war mir am nächsten Morgen als ich nüchtern wurde so peinlich. Aber es war schon geschehen. Wieso war ich so? Wieso war ich zu meiner Mutter, (zu der ich keine besondere Bindung habe, wegen ihrer damaligen Sucht) und zu meiner Freundin, so ein Zombie? ... wieso habe ich immer weiter gemacht? Ja es war schön dieses Gefühl der Freiheit. Aber es hat mich alles gekostet. Alles...
10.11.2017, 09:31 Uhr
Lieber Charkow

Herzlich willkommen im Forum!

Ja, eine unbehandelte Alkoholabhängigkeit kann sehr viel Leid erzeugen. Das zeigt nicht nur Ihr Bericht, auch die anderen Berichte in diesem Thread sprechen davon. Die Parallelen sind augenfällig. Eine Kindheit die überschattet war von schlimmen Ereignissen. Beim Heranwachsen fehlte dann der Halt, die Beziehungen waren belastet, die Vorbilder selbst in der Sucht. Wie soll man sich mit diesem Hintergrund gesund entwickeln und anders werden?

Ihr Bericht zeigt, dass es möglich ist. Ein einschneidendes Ereignis zeigte Ihnen die Notwendigkeit einer Veränderung auf. Sie haben diese konsequent umgesetzt, haben sich Hilfe geholt und sich in Therapie begeben. Rückblickend können Sie kaum glauben wie sie früher waren. Heute, im Bewusstsein dass Sie mit Alkohol nicht umgehen können, steht Ihnen eine bessere Zukunft bevor.

Respekt vor dem, was Sie in den letzten Monaten geleistet haben. Es brauchte bestimmt viel Mut und Entschlossenheit diesen Weg zu gehen. Sie haben Recht. Sie können stolz sein auf sich.

Mit herzlichem Gruss
Sara
21.11.2017, 23:12 Uhr
Hallo Carole!

In vielen Dingen die du erwähnst erkenne ich meinen Ehemann und mich wieder.... er trinkt auch zu viel und ist immer müde.. en Hobby hat er noch, aber ich hege den Verdacht, das ist nur weil er dort einen Vorwand hat Alkohol zu trinken. Er wird auch zu einem völlig anderen Menschen, wenn er getrunken hat, sehr empfindlich und hört Dinge die ich nicht sage...er hat immer das Gefühl die ganze Welt sei gegen ihn. Schlussendlich bleibe ich ratlos zurück und mache mir auch diese Vorwürfe... und gleichzeitig schäme ich mich, dass icb so abhängig von seinen Launen bin.
Auch stösst mich sein Alkohol-ich richtig ab... :( und manchmal frage ich mich ob je der Punkt kommt, wo er die Kurve kriegt und der Mann zurück kommt in den ich mich verliebt habe. Da er ja noch nicht soweit ist, dass er dauerbetunken ist weiss ich, dass dieser Mannn noch in ihm steckt. Und gerade dieses auf und ab macht mich fix und fertig... wir haten gerade zwei super Tage und heute ist alles wieder zunichte gemcht worden, weil er wieder zu tief in die Bierflasche geschaut hat...
Ich würd eihm so gerne helfen, aber ich weiss nicht wie. Und ich verstehe ihn aber auch nicht.... wieso bin ich nicht wichtig genug um dem Alkohol den Rücken zu kehren??? Diese Frage stelle ich mir immer wieder...
Wie gehst du damit um? Ich wünsche dir viel Kraft!

Liebe Grüsse
Viscera
01.05.2018, 15:43 Uhr
Liebe Viscera,

mein Partner und ich sind seit fast anderthalb Jahren zusammen und er ist Alkoholiker. Er geht betrunken in die Arbeit, kommt nächtelang vom Saufen nicht nach Hause. Ich habe ihn so kennen gelernt, aber erst vor kurzem das Ausmaß der Problematik begriffen. Er ist auch depressiv, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich, massive Schulden, eine schwere Kindheit. Das volle Programm also. Ich wollte ihn retten, ihm helfen, weil er mir mehrmals gesagt hat, er hat noch nie jemanden so geliebt und hat großteils negative Beziehungen erfahren. Mich hat er von Anfang an als eine Art Engel gesehen. In den letzten zwei Monaten ist seine Sucht unbeschreiblich geworden. Und ich habe mir dieselben Fragen gestellt wie du: warum bin ich ihm nicht wichtig genug aufzuhören? Warum sind WIR ihm nicht wichtig genug? Es gibt ein paar schöne Tage und dann wird alles durch seinen Suff zerstört. Ich habe mir selbst eine Therapie gesucht weil ich durch die Beziehung massive gesundheitliche Probleme bekommen habe. Und eines habe ich begriffen: der Alk ist stärker als alles. Als die Liebe, als deine Tränen, Bitten und als dein Leiden. Er ist gefangen in einem Teufelskreis aus dem du ihn nicht rausholen kannst. Aber einmal selbst drinnen, gehst du mit ihm unter. Ich bin noch immer in dieser Beziehung, weil ich auch lange Zeit Angst hatte, ihn zu verlassen. Ich dachte, er tut sich was an. Auch wollte ich ihn nicht im Stich lassen und habe alles getan, um ihn von einer Therapie und einem Entzug zu überzeugen. Mehrmals versprach er mir, er hört auf und beginnt eine Therapie. Nichts geschah. Kann es auch nicht weil die Therapie kann er nur aus sich sich selbst und für sich selbst tun. Alles andere wird früher oder später scheitern weil er nicht davon überzeugt ist. Ich möchte hier keine Ratschläge geben sondern nur sagen, ich sehe mich selbst in deiner Situation. Du kannst ihn nicht retten aber dich. Noch. Denn ab einem bestimmten Punkt der Co Abhängigkeit bist du verloren mit ihm. Ich kämpfe gerade um mein altes Ich und dafür aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Ich wünsche dir das allerbeste und drück dir die Daumen!

Mein Name ist Julia und ich bin Co Abhängige eines Alkoholikers.
01.05.2018, 19:24 Uhr
Willkommen im SafeZone-Forum, JuliaTara

Sie beschreiben Ihre Leidensgeschichte als Co-Abhängige. Der aufrüttelnde Bericht über Ihr Leben an der Seite eines geliebten Alkoholikers ist zugleich erschütternd wie berührend. Die zerstörten Träume von einer gemeinsame Zukunft ohne Alkohol, das Hin und Her zwischen Hoffnung auf Veränderung und der nachfolgenden Ernüchterung, dass sich wieder nichts verändert hat und auch künftig nichts ändern wird...all das ist energieraubend, zermürbend und tut einfach enorm weh.

Sie sind zur Erkenntnis gelangt, dass selbst die grösste Liebe, viel Verständnis und ein beeindruckendes Engagement rein gar nichts bringen, wenn der Betroffene nicht dazu bereit ist, einen Ausweg aus seiner Sucht zu finden - und Sie als Partnerin haben sich dabei selber fast verloren. Sie stellen traurig fest, dass Sie Ihren Partner nicht retten können. Um nicht mit ihm unterzugehen, müssen Sie nun für sich und Ihr Wohlbefinden kämpfen. Gut, haben Sie das wahrgenommen, sich Hilfe geholt, bevor ganz alle Energie wirkungslos verpufft ist und Sie nicht mehr kämpfen mögen und können!

JuliaTara, herzlichen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Ich wünsche Ihnen viel Mut, Kraft und Zuversicht auf dem schwierigen, oft schmerzlichen Weg aus den Verstrickungen der Sucht und beim Wiederfinden Ihres alten Ich!

Alles Gute und herzlicher Gruss

Helen
14.05.2018, 12:18 Uhr
SafeZone-Helen schrieb:
Willkommen im SafeZone-Forum, JuliaTara

Sie beschreiben Ihre Leidensgeschichte als Co-Abhängige. Der aufrüttelnde Bericht über Ihr Leben an der Seite eines geliebten Alkoholikers ist zugleich erschütternd wie berührend. Die zerstörten Träume von einer gemeinsame Zukunft ohne Alkohol, das Hin und Her zwischen Hoffnung auf Veränderung und der nachfolgenden Ernüchterung, dass sich wieder nichts verändert hat und auch künftig nichts ändern wird...all das ist energieraubend, zermürbend und tut einfach enorm weh.

Sie sind zur Erkenntnis gelangt, dass selbst die grösste Liebe, viel Verständnis und ein beeindruckendes Engagement rein gar nichts bringen, wenn der Betroffene nicht dazu bereit ist, einen Ausweg aus seiner Sucht zu finden - und Sie als Partnerin haben sich dabei selber fast verloren. Sie stellen traurig fest, dass Sie Ihren Partner nicht retten können. Um nicht mit ihm unterzugehen, müssen Sie nun für sich und Ihr Wohlbefinden kämpfen. Gut, haben Sie das wahrgenommen, sich Hilfe geholt, bevor ganz alle Energie wirkungslos verpufft ist und Sie nicht mehr kämpfen mögen und können!

JuliaTara, herzlichen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Ich wünsche Ihnen viel Mut, Kraft und Zuversicht auf dem schwierigen, oft schmerzlichen Weg aus den Verstrickungen der Sucht und beim Wiederfinden Ihres alten Ich!

Alles Gute und herzlicher Gruss

Helen



Hallo Helen!

Vielen Dank für die Aufnahme im Forum und die Begrüßungsworte.

Ich bin bei meinem Alkoholiker-Partner ausgezogen und habe ihm einen langen Brief geschrieben, in dem ich alle meine Gefühle und wie es mir in der letzten Zeit in der Beziehung durch sein Verhalten gegangen ist, niedergeschrieben. Er war auf Dienstreise und es war schon klar, dass es so nicht weiter gehen kann. Er hat auf meinen Brief äußerst feindselig reagiert und reitet nur auf einem einzigen Punkt herum. Nämlich dem, dass ich geschrieben habe, ich hatte das Gefühl, er hat mich nur dann gebraucht, wenn ihm danach war und wenn er Mal nach Hause gekommen ist. Auch meinte ich das in sexueller Hinsicht. Das hat ihn so aufgeregt, dass ich ihm unterstellt habe, er würde mich nur für den Sex benutzen und das ist absurd und wie ich auf so eine Idee komme! Seitdem ist er beleidigt, will sich nicht treffen und mich nicht sehen.

Ich sehe nicht, dass ich mich für den Brief entschuldigen müsste. Das waren meine Gefühle und ich habe sie zum ersten Mal richtig verbalisiert bzw. zu Papier gebracht. Er versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen und meinte, seit dem Brief hat sich alles verändert, sagt aber nicht, was genau er damit meint. Ich habe mich seit dem Auszug richtig wohl gefühlt und jetzt geht es mir richtig mies. Und ich verstehe nicht, warum.

Liebe Grüße
Julia
15.05.2018, 08:14 Uhr
Liebe Julia

Sie haben sich aus Ihrem Teufelskreis mit einem kranken Partner ein Stück weit befreit, indem Sie die Beziehung beendet haben. Als Unterstützung für diesen grossen Schritt hatten Sie therapeutische Begleitung, weil sie in der Rolle als Retterin und Helferin massive gesundheitliche Probleme bekommen haben.

Sie beschreiben, dass Sie nun ausgezogen sind. Das bewirkt bei ihm sehr wahrscheinlich einen Verlust an sozialer Beziehung und an Selbstwert. Seine Argumentation ist daher austauschbar, weil es nicht um diese geht, sondern um die oben beschriebenen Verluste, die seelischen Schmerz verursachen.

Dass Sie Vorwürfe und Argumentationen zu diesem und jenem anhören/lesen müssen ist belastend und wahrscheinlich eine Ursache für Ihr eher schlechtes Wohlbefinden. Vielleicht kommen Ihnen aus den Therapiesitzungen Strategien in den Sinn, wie sie auf dem Weg aus den Verstrickungen der Sucht zu sich selber finden? Sie haben schon viel erreicht und gelernt für sich selber zu schauen.

Möchten Sie die Möglichkeiten der Mail-Beratung prüfen?

Ich danke Ihnen für das Vertrauen und vielleicht mag jemand anders noch hilfreiche Gedanken beisteuern.

Herzlicher Gruss
Arno
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