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Foren - Fragen von Angehörigen - Mein Partner kämpft gegen seine Kokainsucht. Er hat Angst, die Stelle zu verlieren wenn das bekannt wird. Ich unterstütze ihn, damit niemand etwas merkt und schaue auch, dass er vor der Arbeit nichts nimmt. Eine Freundin behauptet, das sei schon Co-Abhängigkeit. Hat sie Recht?

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Mein Partner kämpft gegen seine Kokainsucht. Er hat Angst, die Stelle zu verlieren wenn das bekannt wird. Ich unterstütze ihn, damit niemand etwas merkt und schaue auch, dass er vor der Arbeit nichts nimmt. Eine Freundin behauptet, das sei schon Co-Abhängigkeit. Hat sie Recht?

Frage gestellt von: SafeZone-User (w, 27)
14.02.2020, 12:45 Uhr

Antworten

14.02.2020, 13:07 Uhr
Ob Ihre Freundin übertreibt oder die Behauptung teilweise zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Sie macht sich aber ganz offensichtlich Sorgen um Sie. Daher ist sicher ratsam, ihre Worte ernst zu nehmen und sich Gedanken zu machen.

Was ist Co-Abhängigkeit überhaupt? Menschen, die einer süchtigen Person nahestehen, leiden unter der Sucht und ihren Folgen. Sie wollen die oder den Süchtigen dabei unterstützen, vom Suchtmittel loszukommen und verhindern, dass sich die für alle kaum erträgliche Lage noch verschlimmert. Das ist bestens verständlich und sehr lobenswert. Wenn jemand an einem Suchtproblem leidet, sind die Angehörigen immer mitbetroffen. Sie möchten mit aller verfügbaren Kraft helfen, leisten dabei enorm viel und gehen bis an oder sogar über ihre eigenen Grenzen. Das Suchtthema steht im Mittelpunkt von Denken, Fühlen und Handeln. Das ist äusserst kräftezehrend. Und doch bewirkt das grosse Engagement leider eher, dass dadurch die Sucht statt die betroffene Person unterstützt wird.

Diese Verhaltensweise wird als Co-Abhängigkeit bezeichnet. Co-abhängiges Verhalten ist beispielsweise, der süchtigen Person Aufgaben und Belastungen abzunehmen, die Verantwortung für ihr Konsumverhalten durch Kontrolle oder Rechtfertigung gegen aussen zu übernehmen. Am Anfang geht es vor allem darum, einen geliebten Menschen zu schützen und zu entschuldigen. Mit der Zeit wird daraus ein Kontrollverhalten - als verzweifelter Versuch, Einfluss auf Menge und Häufigkeit des Konsums zu nehmen. Weil sich die Situation trotz aller gut gemeinten Bemühungen nicht verbessert, fühlen sich die Angehörigen hilflos, ohnmächtig und sind enttäuscht. Es folgen Vorwürfe und Anklagen gegen den süchtigen Menschen, weil dieser es nicht packt, endlich mit dem Konsumieren aufzuhören.

Co-Abhängigkeit verursacht viel Leid und ist auf Dauer gesundheitsschädigend. Sie kann zu so genannt psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenproblemen und Ähnlichem führen. Selbst psychiatrische Störungen - zum Beispiel eine Depression - können auftreten. Eigene Bedürfnisse werden nicht mehr wahrgenommen, alles dreht sich um die Sucht. Die vermeintliche „Unfähigkeit“, die oder den Süchtigen zu retten, führt oft zu Schuld- und Schamgefühlen. Es erfolgt ein Rückzug aus dem sozialen Leben, Freundschaften werden vernachlässigt und zerbrechen.

Für Betroffene ist ganz wesentlich, wieder sorgsam auf sich, die eigene Befindlichkeit und allfällige Grenzen zu achten. Oft ist es jedoch enorm schwierig, selber einen Weg aus der Co-Abhängigkeit zu finden. Daher gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote für Angehörige. Unter https://www.selbsthilfeschweiz.ch/shch/de.html sind aktuell laufende Selbsthilfegruppen aufgelistet. Ebenfalls eine Möglichkeit ist die Teilnahme an einem für Angehörige offenen Meeting der Anonymous Narcotics (AN), Infos unter https://www.beta.narcotics-anonymous.ch/. Weiter bieten Suchtberatungsstellen Einzel-, oft auch Gruppengespräche für Angehörige an. Adressen von Beratungsstellen lassen sich unter https://www.safezone.ch/suchtindex.html finden. Eine andere Variante ist, sich bei SafeZone für eine Onlineberatung anzumelden https://beratung.safezone.ch/views/mailberatung/index.html.
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