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Foren - Fragen von Angehörigen - Eine Frau meines Teams erscheint häufig zu spät, verlässt den Arbeitsplatz unentschuldigt, riecht oft nach Alkohol. Ihre Kolleginnen haben mich (Vorgesetzter) darauf aufmerksam gemacht. Auf das Thema angesprochen fand die Frau viele Ausreden, wich aus. Ich möchte nicht einfach künden. Wie vorgehen?

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Eine Frau meines Teams erscheint häufig zu spät, verlässt den Arbeitsplatz unentschuldigt, riecht oft nach Alkohol. Ihre Kolleginnen haben mich (Vorgesetzter) darauf aufmerksam gemacht. Auf das Thema angesprochen fand die Frau viele Ausreden, wich aus. Ich möchte nicht einfach künden. Wie vorgehen?

Frage gestellt von: SafeZone-User (m, 43)
22.08.2019, 21:52 Uhr

Antworten

22.08.2019, 21:56 Uhr
Sie beschreiben eine mir nicht ganz unbekannte Situation. Auszuweichen ist oft die erste Reaktion, wenn Mitarbeitende auf ein eventuelles Alkoholproblem angesprochen werden. Es handelt sich dabei ja um ein Fehlverhalten am Arbeitsplatz. Das ist den Betroffenen bewusst und löst in der Regel Schamgefühle sowie Angst vor Stellenverlust aus.

Durch das Ansprechen handeln Sie aber grundsätzlich richtig. Als Vorgesetzter sind Sie in der Verantwortung, Mitarbeitende auf Fehler und Fehlverhalten im Zusammenhang mit einer vermuteten Alkoholproblematik anzusprechen. Hier sind ein paar Tipps, welche diese anspruchsvolle Aufgabe erleichtern.

Lohnenswert ist, ein Gespräch gut vorzubereiten, das Ziel und die nächsten Schritte zu überlegen. Es geht nicht darum, eine Diagnose zu stellen. Vielmehr sollten der betroffenen Person Beobachtungen betreffend nachlassender Leistung und auffälligem Verhalten sachlich mitgeteilt werden. Anschliessend können Sie erläutern, welche Veränderung Sie in welchem Zeitraum erwarten.

Sollten die geforderten Punkte nach Ablauf der gewährten Frist nicht erfüllt sein, empfiehlt sich eine schriftliche Vereinbarung. Es ist darauf zu achten, dass alle gestellten Bedingungen dem Arbeitsrecht entsprechen. Das könnte beispielsweise die Verpflichtung sein, fachliche Hilfe anzunehmen. Weiter müsste klar formuliert werden, welche Sanktionen die Verletzung von arbeitsvertraglichen Pflichten und Nichteinhaltung der vereinbarten Abmachungen nach sich ziehen.

Rechtzeitiges, unterstützendes Handeln ist für alle Beteiligten entlastend. Es ist fair, Mitarbeitenden mit einer Suchtproblematik die Chance zu geben, sich zu bewähren. Eine Kündigung sollte der letzte Ausweg sein. Viele Suchtfachstellen (https://www.safezone.ch/suchtindex.html) bieten Coaching für Arbeitgeberinnen und –geber an und begleiten diese auf der Suche nach besseren Lösungen. Unter https://www.alcoolautravail.ch/de/ lassen sich zudem hilfreiche Informationen zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz finden.
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