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Amphetaminsucht mit steigender Tendenz

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16.07.2018, 11:54 Uhr
Hallo zusammen

Ich schreibe weil ich gerade an einem Punkt bin der mir mehr als zu denken gibt.

Zu meinem aktuellen Konsum und wie alles begann.

Vor meiner Amphetaminzeit habe ich mit solchen Substanzen rein nichts am Hut gehabt. Ich konsumiere wahrscheinlich zur Verwunderung vieler erst seit März 2017. Der anfängliche Konsum beschränkte sich auf 1g am Wochenende, welches ich mit Koffein gestreckt habe und welches ich mit meinem Partner konsumiert habe. Leider hat sich mein Verhalten im Gegensatz zu dem meines Freundes verändert. Während er Sonntags normal schlafen gegangen ist, hat es sich eingeschlichen dass ich mal noch bis Montags wach geblieben bin usw. Im März lief das Fass über und ich fing an heimlich meine Drogen im betrieb zu deponieren um auch dort dauerhaft Zugriff darauf zu haben. Zu dieser Zeit konsumierte ich 25g in ca 1-1.5 Wochen.
Als alles ans Licht kam, schaffte ich es mit der Hilfe meines Partners und der meiner Freunde 6 Wochen komplett clean zu bleiben, auch auf meinen Wunsch hin. Körperlich war ich am Ende mit 47kg Körpergewicht, unzähligen Speerpickeln welche anfingen sich hochgradig zu entzünden.

Leider geht der ganze Wahnsinn langsam aber sicher von vorne los. Aus 1g werden wieder 5g usw.
Sobald ich mit Stress sei es beruflich oder privat konfrontiert werde, sehe ich vor lauter Wald die Bäume nicht mehr und sehe für mich nur einen einzigen Ausweg und das ist der Konsum.
Ich konsumiere nicht mehr täglich, gebe mir wirklich Mühe meine Kontakte nicht spielen zu lassen,sodass das Amphi auch immer wieder leer wird und ich tagelange Pausen habe. Aber der Suchtdruck ist da und tief in mir drin schreit eine Stimme danach doch nur 1g zu besorgen.

Trotz der doch hohen Mengen führe ich ein normales Leben. Führe eine Jahrelange Beziehung, bin beruflich sehr erfolgreich und kümmere mich bestens um unsere kleine 3 jährige Tochter. Es ist sogar so dass mein eigener Partner sehr aufmerksam sein muss um den Konsum festzustellen. Wobei ich ihn nicht anlüge und mir bewusst bin dass alles lügen es nur noch schlimmer macht.

Ich möchte endlich komplett ohne diesen Suchtdruck leben und vor allem ohne die Droge, welche mich körperlich zerstört. Ich bin unterernährt, habe schon sehr lange gar kein Hungergefühl mehr und habe wöchentlich neue "Wehwehchen" welche sich dann meist zu sehr grossen entwickeln.

Nur wie? Ich finde einfach keinen Weg raus. Es mag falscher Stolz sein mir nicht von meinen engsten Vertrauten helfen zu lassen, aber für genau diese bin ich die Drogensüchtige...welche ich nicht sein will.
Werde ich damit privat konfrontiert, ist es für mich meist ein weiterer Stresspegel um weiterzumachen.

Ich hoffe so sehr dass ich wenigstens hier drin einen Denkanstoss bekomme oder einen Tipp wie dieses Dilemma endlich ein Ende findet.
10.08.2018, 16:43 Uhr
Guten Tag millylol und willkommen im Forum von SafeZone.

Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort. Aus unerfindlichen Gründen ist Ihr Beitrag bisher unbemerkt geblieben.

Sie schilden eindrücklich, wie Sie in kurzer Zeit eine starke Abhängigkeit von Amphetamin entwickelt haben. Obwohl Sie Ihr Leben bis vor knapp eineinhalb Jahren ohne Amphetamin gemeistert haben, sehen Sie nun keine Möglichkeit mehr, beruflichen oder privaten Stress ohne Amphetamin zu bewältigen. Sie haben in einer Menge konsumiert, die Ihr Körper nicht längerfristig verkraften kann.
Ihnen ist klar, dass Sie mit dem Amphetaminkonsum aufhören müssen, Sie bemühen sich auch sehr darum, das zu schaffen. Der Suchtdruck ist aber enorm und Sie sehen noch nicht wirklich, wie Sie da rauskommen sollen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann in dieser Situation hilfreich sein. Falls Sie selber keine Antworten bekommen, hilft es vielleicht auch, in anderen Themen nachzulesen und so den einen oder anderen Denkanstoss zu bekommen.

Falls Sie sich mit einer Fachperson austauschen möchten, steht Ihnen auch die Mailberatung von SafeZone zur Verfügung.

Freundliche Grüsse
Manuel
12.09.2018, 11:46 Uhr
Hallo Millylol

Ich würde dir auch gerne noch ein paar "Denkanstösse" mit auf den Weg geben.

Du willst den Suchtdruck loswerden: Um den loszuwerden musst du ganz mit der Droge aufhören, sonst klappt das schon rein neurobiologisch nicht. Suchtmittel aktivieren dein Belohnungszentrum im Hirn, dieses wird immer "hungriger". Wenn du gar kein Futter mehr gibst, stillt der Hunger mal ab, gibst du aber gelegentlich Futter, quälst du dich im Prinzip selbst. 1 mal ist schon zu viel und 1000 mal sind nie genug.

Gründe wieder zu konsumieren: Gründe zu konsumieren wirst du immer finden. Auch hier bildet sich in deinem Hirn ein "Lösungskreislauf" der folgendermassen aussieht : Problem - Droge als Lösung - noch mehr Probleme - noch mehr Drogen. Hier ist es wichtig die Fsrustrationstoleranz wider zu steigern und alternative Wege zur Stressbewältigung zu finden.

Du bist beruflich erfolgreich und betreust deine drei Kinder: Und wie sieht es unter der Oberfläche aus? Meist ist ein Suchtverhalten zu Beginn der Sucht ein Symptom, wird aber sehr rasch zur Ursache. Was fehlt dir? Von was möchtest du mehr? Von was möchtest du weniger in deinem Leben? Wonach Suchst du?

Anfangs gibt dir die Droge die Energie, um dein Leben zu meistern. Entwickelt sich die Sucht jedoch weiter hast du nur noch Energie für einen Lebensinhalt: Drogen beschaffen, konsumieren und versuchen nicht aufzufliegen.

Ich wünsch dir, dass du dich auf die Suche nach dem begibst, was dich dazu treibt deinen Bewusstseins- und Energiezustand zu verändern, und ein paar Schritte hin zu dir und deinen echten Bedürfnissen machen kannst. Liebe Grüsse
12.09.2018, 22:11 Uhr
Danke Phoenix für das Posting mit guten Erklärungsbildern und nachvollziehbaren Denkanstössen - davon können bestimmt viele User profitieren!
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